Tiergenetik - Vogel

Psittakose

Verursacher der Psittakose (auch Ornithose, Papageienkrankheit oder ‚Parrot Fever’) ist Chlamydia psittaci. Bei diesem Erreger handelt des sich um Bakterium, das aber auch virale Eigenschaften aufweist. Beim Menschen kann eine Infektion zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) führen. In Deutschland wurden in den letzten Jahren bis zu 100 Erkrankungsfälle jährlich gemeldet.

Tierische Überträger sind überwiegend Vögel und Haustiere. Infizierte Vögel, bei denen die Erkrankungen mit oder ohne Symptome verlaufen kann, scheiden die Bakterien mit dem Kot aus. Ob exponierte Tiere akut oder chronisch erkranken, hängt von Faktoren wie Art und Alter des Vogels, Stressfaktoren, Virulenz des Erregerstammes, infektiöser Dosis und auch von der Qualität verbeugender Maßnahmen ab.

Die sichtbar erkrankten Tiere zeigen meist Symptome wie:

  • Absonderung von anderen Tieren
  • gesträubtes Gefiedern
  • Mattigkeit und Appetitlosigkeit
  • Ausfluss aus Augen und Nase
  • Durchfall mit gelbgrünlichem, auch wässerigem Kot, der übel riecht und in schweren Fällen mit Blut vermischt sein kann.

Die Infektionswege für die Übertragung sind vielfältig, da C. psittaci in allen Ausscheidungen infizierter Tiere vorhanden ist. Die Infektion geschieht meist durch Inhalation bzw. Aufnahme von kontaminierten Kotpartikeln, Federstaub oder Nasensekret. Die Übertragung durch Eier konnte noch nicht nachgewiesen werden.


Psittakose beim Menschen

Für den Menschen kann die Inkubationszeit zwischen 5 Tagen und mehreren Wochen betragen.

Nach 1-2 Wochen können sich folgende Symptome einstellen:

  • grippeähnliche Symptome
  • Kopfschmerzen
  • Benommenheit, Schwindel und Schwäche
  • hohes Fieber
  • starke Gliederschmerzen
  • Reizhusten
  • zäher, glasiger Auswurf

Wichtig ist die rechtzeitige und treffende Diagnose: Wird die Erkrankung nicht sofort behandelt, kann es zu einer herdförmigen Lungenentzündung kommen. Die dann auftretenden, toxisch bedingten Kreislaufstörungen können vor allem für Kinder und geschwächte Personen lebensgefährlich werden. Bei gezielter Behandlung kann dann der Erkrankte in kurzer Zeit genesen.


Meldepflicht

Erkrankungen von Psittaciden an Psittakose in Tierbeständen von Händlern und Züchtern sind eine anzeigepflichtige Tierseuche. Treten Erkrankungen anderer Vogelarten auf, so sind diese nur meldepflichtig.

Nach dem Infektionsschutzgesetz § 7 ist der Nachweis einer akuten Infektion mit C. psittaci namentlich meldepflichtig.